ASTRID WAGNER UND DER TIERSCHUTZ


Ich setze mich für Tiere und deren Rechte ein. Menschen und höher entwickelte Tiere (Säugetiere, Vögel) sind nach meinem Rechtsempfinden absolut gleichwertig. Tiere stehen gewiss nicht auf derselben Bewusstseinsstufe wie wir Menschen, sie stellen sich keine philosophischen Fragen über den Sinn des Lebens, den Tod oder Gerechtigkeit. Sie leben im Augenblick, folgen ihren natürlichen Trieben und Instinkten und sind daher auch nicht schuldfähig. Doch ihr Schmerzempfinden ist genauso stark entwickelt wie bei uns Menschen. Und nicht nur das: Tiere empfinden auch Emotionen, Freude und Trauer, ganz genauso stark wir Menschen, vielleicht sogar stärker. Man muss sich nur in die eigene Kindheit zurückversetzen: Als kleine Kinder konnten wir die Tragweite von Lebensereignissen kaum erfassen. Wir lebten im Hier und Jetzt, stellten uns noch keine großen seelischen Fragen über den Sinn des Lebens. Dennoch verspürten wir intensiv Schmerz und Freude, vielleicht sogar intensiver als jetzt, als Erwachsene. Und so verhält es sich auch mit den Tieren, sie bleiben gewissermaßen immer „Kinder“, ohne Lebensplanung, im „Jetzt“ lebend.

 

Wie entwickelt eine Gesellschaft ist, erkennt man an ihrem Umgang mit den Schwächeren – und die Schwächsten sind nun mal die Tiere. Zwar hat sich inzwischen bei uns die Erkenntnis durchgesetzt, dass die grausame Behandlung von Tieren einer humanen Gesellschaft nicht würdig ist, dennoch brauchen wir uns beileibe nicht überlegen zu fühlen: Tierquälerei geschieht bei uns im Geheimen, in Massenkäfigen und Tierfabriken – die Öffentlichkeit schaut lieber weg.

2014 habe ich gemeinsam mit Gleichgesinnten die Bürgerinitiative „Mehr Rechte für Tiere“ ins Leben gerufen. Die Initiative zeigte Wirkung: Der Justizminister hat eine höhere Strafdrohung für Tierquälerei angekündigt.

 

Dennoch gibt es auf diesem Gebiet noch viel zu tun. Ich werde mich weiterhin für die Schwächsten der Schwachen einsetzen.